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GESCHICHTE VON EOS - CLEUSON-DIXENCE UND GRANDE DIXENCE

1922-1947: Das Wallis und die erste Dixence-Staumauer

Die erste Dixence-Staumauer im Bau

1922 beginnt EOS mit der Energieerzeugung. Hierfür wählt EOS seinen Standort im Wallis, einem Kanton, in dem 56 % der Gletscher des Landes liegen und der die wichtigsten Wasserreserven Europas besitzt. Das Unternehmen kauft einige kleine Elektrizitätswerke. 1927 erwirbt es die Konzessionen für das obere Einzugsgebiet der Dixence, und 1929 beginnen die Bauarbeiten für die erste Dixence-Staumauer im Val des Dix. Sie dauern sechs Jahre, in denen 1'200 Arbeitskräfte im Einsatz sind.

Gleich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs steigt die Energienachfrage ständig an. Die Unternehmen erleben eine Aufschwungsphase. 1946 zählt das Wallis 16 Wasserkraftprojekte, darunter die EOS-Staumauer Cleuson, die ab 1947 erbaut wurde.

1950: Gründung der Grande Dixence S.A.

Doch ein Projekt von bisher unerreichter Tragweite befindet sich in der Entstehungsphase: das Wasser, das von der Vispa (Zermatt) zur Dranse (Bagnes) fliesst, soll in einer Super-Dixence gesammelt werden. Ein Netz aus Stollen von 100 km Länge und die Vergrösserung der ersten Dixence-Staumauer sind geplant. Der Bau der höchsten Gewichtsstaumauer der Welt ist im Gange!

Für die Aufstellung der Ausführungspläne, die Projektdurchführung und den Betrieb des neuen Kraftwerkkomplexes wird 1950 die Grande Dixence S.A. gegründet.

1951-1965: Die höchste Staumauer der Welt

Grande Dixence, erste Flutung der Staumauer

Wider Erwarten wird die Konzession für die Gewässer der Dranse an die Gesellschaft Mauvoisin vergeben. Es geht nun also darum, zusätzliche Wasserreserven zu finden. Für die Finanzierung und den Betrieb ihrer neuen Anlage sucht EOS nach Partnern. Sie findet diese in der Deutschschweiz mit den Bernischen Kraftwerken, den Nordostschweizerischen Kraftwerken und dem Kanton Basel-Stadt. Hauptaktionär wird EOS mit 60 % des Aktienkapitals.

In weniger als zehn Jahren wird Grande Dixence, die höchste Gewichtsstaumauer der Welt, mit Hilfe von 3'000 Arbeitkräften erbaut und in Betrieb genommen. Die erste Dixence-Anlage wird vom Wasser des neuen Stauwerks überflutet.

1958: Die Schaltstation Chamoson

Die Schaltstation Chamoson

Um den von den Kraftwerken Fionnay und Nendaz erzeugten Strom weiterzuleiten, wird 1958 in Chamoson eine Schaltstation von 220 kV erbaut.

1993-1998: Die Herausforderung Cleuson-Dixence

Bieudron, Pelton-Turbine mit Düsen

Ab den 1980er Jahren geht es nicht mehr nur um die Menge des erzeugten Stroms, sondern auch um die verfügbare Leistung, um Qualität und Sicherheit. Um die Qualität der Stromerzeugung zu verbessern, führen Grande Dixence S.A. und EOS ab 1993 das Projekt Cleuson-Dixence durch. Die Bauarbeiten werden 1998 fertiggestellt.

Für dieses letzte grosse Bauprojekt des 20. Jahrhunderts werden beträchtliche Mittel bereitgestellt, mit dem Ziel, die bestehenden Einrichtungen zu optimieren. Die neuen Stollen und das Kraftwerk Bieudron werden gebaut, um das Energiepotential des hinter der Staumauer Grande Dixence gespeicherten Wassers besser zu nutzen und die Betriebszeit der Turbinen zu verkürzen. Die Leistung der Anlage steigt damit von 800 auf 2000 MW, womit der tägliche oder saisonale Spitzenbedarf abgedeckt werden kann.

 

2000: Der Unfall

Am 12. Dezember 2000 kommt es zwischen Péroua und Condémines zu einem Bruch des Druckschachtes, der das Wasser von der Staumauer Grande Dixence zum Kraftwerk Bieudron leitet. Das ausbrechende Wasser stürzt die Hänge hinunter, es entstehen Schlamm- und Gesteinslawinen, drei Menschen kommen ums Leben. Seitdem steht das Kraftwerk Bieudron still und seine Kapazität von 1200 MW bleibt ungenutzt.

2002: Die Gründung der HYDRO Exploitation SA

Im Juni 2002 gründen Grande Dixence SA, FMV SA und EOS Holding die HYDRO Exploitation SA. Diese drei Gesellschaften übertragen den Betrieb ihrer Wasserkraftanlagen an das neue Unternehmen.

2005: Die Wiederinstandsetzung

Die ersten Arbeiten zur Wiederinstandsetzung von Cleuson-Dixence beginnen im Jahr 2005. Die Reparatur wird auf dem gesamten Streckenabschnitt in Form einer Verschalung des bestehenden Schachtes durchgeführt. Dies bedeutet, dass eine neue Stahlrohrleitung in das Innere der ursprünglichen Leitung eingefügt wird. Die Unfallzone wird dagegen durch einen Bypass in der Tiefe umgangen. Die erneute Flutung ist für Anfang 2010 geplant.
 
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Grande Dixence SA
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