CLEUSON-DIXENCE

Als sie sich mit dem unbefriedigenden Zustand der Einrichtungen konfrontiert sieht, klärt die Grande Dixence AG Möglichkeiten für die Optimierung ihrer Produktion ab.
Ein grösserer Zwischenfall fordert Menschenleben, verursacht Sachschäden und bringt wirtschaftliche Einbussen über mehrere Jahre

Mehr Leistung zur richtigen Zeit

IM MANGEL AN LEISTUNG

1979 stellt die Grande Dixence SA fest, dass ihre Kraftwerkzentralen (Fionnay und Nendaz) optimalen Kriterien nicht mehr genügen. Um das gesamte aufgestaute Wasser des Lac des Dix zu turbinieren, sind 2200 Stunden nötig.

Die Gesellschaft sieht zwei Möglichkeiten, um diese Situation zu verbessern: den Bau von einem oder mehreren neuen Kraftwerken, um das Gefälle zwischen der Staumauer der Grande Dixence und der Rhone zu nutzen; oder die Einrichtung von zusätzlichen Maschinengruppen in jeder Zentrale. Doch es fällt kein Entscheid. Denn diese Projekte bringen keine zusätzliche Stromproduktion, sondern verbessern einzig die Stromqualität.

EOS – MOTOR DES PROJEKTES

Es ist die EOS die das Projekt Cleuson-Dixence im Jahre 1986 ins Spiel bringt. Das Ziel? Um den Bedürfnissen ihrer Aktionäre besser zu dienen, soll „Super-Spitzenenergie“ produziert werden. Die Turbinierung konzentriert sich auf wenige Stunden am Tag, und zwar genau zu dem Zeitpunkt, an dem die Energie am Strommarkt die höchsten Preise erzielt.

Dazu bringen die Produktionsanlagen einen Ersatz für den Fall, dass die Kraftwerke von Fionnay und Nendaz wegen Unterhaltsarbeiten stillgelegt werden müssen. Die Produktion kann in dem Fall einfach auf die neue Zentrale verlagert werden.

Die gegenseitige Ergänzung, also die Redundanz der Anlagen für die Turbinierung des Wassers des Lac des Dix erweist sich als ausgesprochen nützlich, 1998
© Grande Dixence SA

DIE GESELLSCHAFT CLEUSON-DIXENCE

1992 gründen die EOS und die Grande Dixence SA die einfache Gesellschaft Cleuson-Dixence. Sie beginnt ein Jahr später mit dem Bau der neuen Anlage. Der Kraftwerkkomplex wird1998 fertiggestellt und die Zentrale von Bieudron im Jahr darauf eingeweiht.

Ein Drama… und seine Folgen

DER BRUCH DES DRUCKSCHACHTS

Am 12. Dezember 2000 bricht an einem Steilhang oberhalb Condémines der Druckschacht der Cleuson-Dixence. Grosse Wassermassen entweichen schlagartig aus dem Riss. Das Unglück fordert drei Menschleben. Ein Erdrutsch reisst mehrere Gebäude mit, verschüttet die Kantonsstrasse und zerstört hunderte Hektaren Wald, Obstgärten und Wiesen.

DIE TECHNISCHEN AUSWIRKUNGEN…

Nach dem tragischen Zwischenfall schätzen die EOS und die Grande Dixence SA den Produktionsausfall auf 100 GWh pro Jahr und gehen von einer Leistungsverminderung über mehrere Jahre aus. Um die Zukunft der beschädigten Anlagen abzuklären, arbeiten die beiden Gesellschaften mit einem eigens dafür geschaffenen Fachgremium zusammen, der Groupe Interenational d’Experts pour Cleuson-Dixence (GIEC). Die Schlussfolgerungen der Experten laufen auf eine Erkenntnis hinaus: Mängel bei den Schweissnähten erfordern eine Erneuerung der inneren Ummantelung des Druckschachts zwischen Tracouet und der Zentrale von Bieudron. Der zerstörte Abschnitt muss mit einem Bypass umfahren werden. Die Arbeiten beginnen 2006 und erlauben die Wiederaufnahme des Betriebes 2010.

…UND DIE FINANZIELLEN KONSEQUENZEN

Diese bedeutenden Investitionen führen zu einer Verschiebung von wichtigen Unterhaltsarbeiten bei den Anlagen der Grande Dixence. Diese wären eigentlich um das Jahr 2000 vorgesehen gewesen. Die Gesellschaft will auch während der Ausserbetriebnahme der Grande Dixence wegen der Unterhaltsarbeiten am Gefälle vom Lac de Dix bis zur Zentrale von Nendaz mit der Stromproduktion fortfahren und kann dafür auf die Einrichtungen von Cleuson-Dixence zählen. Diese Unterhaltsarbeiten werden zwischen 2011 und 2020 ausgeführt. Sie sind auch darum dringend nötig, weil diese Anlagen währen des zehnjährigen Betriebsunterbruchs von Cleuson-Dixence einer sehr starken Beanspruchung ausgesetzt sind.

INTERESSANT ZU WISSEN

Das Kraftwerk von Bieudron vereinigt auf sich gleich drei Weltrekorde. Sie unterstreichen seine wichtige Rolle bei der Stromproduktion in der Schweiz.

35,7 MVA: jeder Pol eines Generators hat eine Leistung von 35,7 Mega-Voltampere (MVA). Dieser Rekord stellt die aussergewöhnliche Kapazität für die Energieumwandlung der Installationen unter Beweis.

1’883 m: dann das Ausmass des Gefälles: es ist das höchste für derartige Installationen.

3×423 MW: mit drei Peltonturbinen von je 423 Megawatt (MV) verfügt die Zentrale über die leistungsfähigsten Turbinen der Welt.

Eine Peltonturbine im Kraftwerk von Bieudron, 1999: die Peltonturbine, die 1880 vom Amerikaner Lester Allan Pelton (1829 – 1908) erfunden wurde, nutzt die Energie des fliessenden Wassers. Die grössten je produzierten befinden sich der Zentrale von Bieudron.
© Heinz Preisig, Cleuson-Dixence

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