KLIMATISCHE ENTWICKLUNG

Der Aufstau des Lac des Dix beruht auf der Gletscherschmelze und nicht auf Niederschlägen. Dieses Prinzip bedeutet eine starke Abhängigkeit vom Klima. Die Klimaveränderungen der 1980er Jahre haben gravierende Folgen für die Gletscher und den Wasserzufluss.

Untere Wasserfassung von Bertol (Val d’Hérens), zwischen 1955 und 1960
© Sulzer, Grande-Dixence, Médiathèque Valais – Martigny

Die Folgen der Kälte…

SCHWIERIGE ANFÄNGE

1965 ist mit der Inbetriebnahme ihrer Anlagen ein wichtiges Jahr für die Grande Dixence SA. Doch bleibt der Wasserzufluss in den Lac des Dix unbefriedigend. Der Sommer wird von einer hartnäckigen Kälte geprägt. Sie verhindert die Schneeschmelze weitgehend. Dieses Phänomen wiederholt sich drei Jahre später.

« Mit Ausnahme von rund 15 warmen Tagen Ende des Monats Juni und zu Beginn des Juli 1968, war der Sommer 1968 (…) verhältnismässig kalt und die Zahl der Sonnenstunden lag weit unter dem Durchschnitt. Die Temperaturen sanken oft bis auf eine Höhenlage von 2’000 m ü. M. unter die Null-Grad-Grenze. »

Quelle: GD, 2020/2, 0.3.8.1/2, Rapport du Conseil d’administration à l’Assemblée générale des actionnaires (18), 20 février 1969, p. 2.

In vier weiteren Jahren, nämlich 1969, 1972, 1974 und 1978, erreicht man am Ende der Pumpsaison die Vollstauquote des Stausees nicht. Damit sich dies nicht wiederholt, beschloss die Grande Dixence SA, jeweils im Frühjahr eine Wasserreserve im See zu belassen.

Beiträge für den Zeitraum 1966 – 1981: die in diesen Grafiken dargestellten Zahlen berücksichtigen nicht die an die Première Dixence abgetretenen Wassermengen (50 Millionen m³ Wasser).
© Plates-Bandes communication Sàrl

WASSERFASSUNGEN VOM EIS BEDROHT…

Dieses Klima begünstigt einen Vorstoss der Gletscher. So wurde die Hauptfassung des Bis-Sammlers zwischen 1962 und 1963 unter freiem Himmel erstellt; im Jahr 1981 ist sie von einer 60 bis 80 Meter dicken Eisschicht bedeckt.

Die Grande Dixence SA muss sich den Folgen des Gletschervorstosses stellen. Um dies zu erreichen, baut sie die Fassungen um oder gestaltet sie neu, so dass sie auch unter dem Eis funktionieren.

…und dann von Hitzsommern

EINE ÜBERGANGSPERIODE

Die Stabilisierung der Gletscherbewegung beginnt 1982. Das Jahr ist von starker Sommerhitze geprägt. Die steigenden Temperaturen, die während des ganzen Jahrzehnts verzeichnet werden, beenden den Vorstoss der Gletscher.

Beiträge für den Zeitraum 1982 – 2002: die in diesen Grafiken dargestellten Zahlen berücksichtigen nicht die an die Première Dixence abgetretenen Wassermengen (50 Millionen m³ Wasser).
© Plates-Bandes communication Sàrl

Die 1990er Jahre werden durch mehr oder weniger bedeutende Schneedefizite charakterisiert. Das führt zu einer dünneren Schneedecke auf den Gletschern, was das Abschmelzen während des Sommers beschleunigt. Dieser Prozess intensiviert sich, wenn die Sommertemperaturen hoch sind. Dies führt zu Wasserzufuhren im Lac des Dix von über 500 Mio. m3 in den Jahren 1990, 1991, 1994 und 1998.

DIE KLIMAERWÄRMUNG…

Die Kombination von niederschlagsarmen Wintern und heissen Sommern führt zu einem Rückgang der Gletscher. Diese Erscheinung setzt sich bis heute fort. Die veränderten klimatischen Bedingungen haben zur Folge, dass die Schwelle von 600 Mio. m3 drei Male im zweiten Jahrtausend überschritten wird: 2003, 2018 und 2022. Der Hitzesommer 2003 führt dazu, dass der Begriff der Klimaerwärmung erstmals bei der Grande Dixence SA Erwähnung findet.

Beiträge für den Zeitraum 2003 – 2022: die in diesen Grafiken dargestellten Zahlen berücksichtigen nicht die an die Première Dixence abgetretenen Wassermengen (50 Millionen m³ Wasser).
© Plates-Bandes communication Sàrl

…UND IHRE SCHÄDLICHEN AUSWIRKUNGEN

2010 stellt die Grande Dixence SA Probleme im Zusammenhang mit der Klimaerwärmung fest. Auf der einen Seite vergrössert sich der Abstand zwischen den Gletschern und den Wasserfassungen. Daraus ergibt sich eine Zunahme der vom Wasser angeschwemmten Sedimente. Dieser Umstand erhöht die Abnutzung der Installationen. Auf der anderen Seite steigt die Permafrost-Grenze immer höher. Das begünstigt Murgänge. Sie beschädigen Fassungen und bedrohen die Stabilität der Hochspannungsleitungen, welche die Pumpstationen mit Strom versorgen. Mit verstärkten Reparatur- und Präventionsmassnahmen bekommt die Gesellschaft die Auswirkungen in den Griff.

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