MEHRZWECKSPEICHER GORNERLI

DAS PROJEKT LEISTET IN DREIFACHER HINSICHT EINEN BEDEUTENDEN BEITRAG:
- Stromversorgungssicherheit für die Schweiz
- Hochwasserschutz für die Gemeinde Zermatt
- Wasserversorgung für die Region

WINTERENERGIE

Mit dem Stausee Gornerli werden mit Hilfe der bereits bestehenden Kraftwerkanlagen der Grande Dixence zusätzlich 650 Mio. kWh Stromproduktion vom Sommer in den Winter verlagert. Damit leistet das Projekt Gornerli einen grossen Beitrag zur nationalen Stromversorgungssicherheit. Die jährliche Stromproduktion der Grande Dixence wird dabei um netto 200 GWh erhöht (Mehrproduktion und Reduktion Pumpaufwand).

HOCHWASSERSCHUTZ

Die bestehenden und zukünftigen Hochwasserrisiken der Gemeinde Zermatt sowie der flussabwärts liegenden Gemeinden sind bedeutend. Mit dem Rückgang der Gletscher und dem Klimawandel steigt die Gefahr von Hochwasserereignissen weiter. Der geplante Stausee Gornerli bietet ein Rückhaltevolumen und reduziert damit dieses Hochwasserrisiko entscheidend.

WASSERVERSORGUNG

Weil die Gletscher als wichtiger Wasserspeicher immer mehr abschmelzen, wird das Thema einer sicheren, regionalen Trink- und Brauchwasserversorgung sehr stark an Bedeutung gewinnen. Mit Hilfe des Stausees Gornerli wird dieser Problematik zukünftig entgegengewirkt.

PROJEKT MEHRZWECKSPEICHER GORNERLI

Das Projekt sieht unterhalb des Gornergletschers, bei einer geologisch geeigneten Talenge, eine neue Staumauer mit einer unterirdischen Pumpstation vor. Weitere Anlageteile sind nicht notwendig, weil das Bauwerk vollständig in das bestehende Anlagesystem der Grande Dixence integriert wird.

BEWILLIGUNGSVERFAHREN

Gornerli ist das grösste der 15 Projekte des Runden Tisches, welches von Vertretern des Bundes, der Kantone, der Umweltverbände und der Kraftwerkbetreiber im Jahr 2021 zur Weiterverfolgung bestimmt wurde. Der Staatsrat des Kanton Wallis hat das Projekt in den kantonalen Richtplan aufgenommen. Als nächste Schritte folgen die Festsetzung des Projektes in den kantonalen Richtplan durch den Bund, das kantonale Vorverfahren basierend auf der Voruntersuchung Umwelt, das anschliessende Konzessions- und Plangenehmigungsverfahren sowie die Regelung des Restwertes bei Konzessionsende.

KLIMAVERÄNDERUNG

Die Klimaveränderung hat zur Folge, dass sich die Gletscher im Einzugsgebiet der Gornera zurückziehen und sich die Zuflüsse stark verändern. Das Schmelzwasser aus den Gletschern wird überdurchschnittlich hoch bleiben und gegen Ende des Jahrhunderts abnehmen. Der geplante Stausee Gornerli übernimmt im Rahmen dieser klimabedingten Veränderungen längerfristig die Rolle als Wasserspeicher (Reduktion Hochwasserspitzen, Sicherstellung Trink- und Brauchwasserversorgung, Sedimenttransport).

UMWELT- UND LANDSCHAFTSSCHUTZ

Der Umweltverträglichkeitsbericht und die Festlegung der Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen erfolgen im Rahmen eines partizipativen Prozesses gemeinsam mit dem Bundesamt für Umwelt, diversen kantonalen Ämtern, den Umweltverbänden, Vertretern der Fischerei, des schweizerischen Alpenclubs, der Zermatter Bergführer sowie mit der Gemeinde Zermatt. Einziger verbleibender Eingriff in die Natur ist die Staumauer. Es sind weder neue Wege, Strassen noch Hochspannungsleitungen notwendig. Die Bauherrschaft strebt einen möglichst CO2-freien Bau der Staumauer an. Der Tatsache, dass sich das Projekt in einem BLN-Gebiet (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler) befindet, wird gezielt Rechnung getragen.

TERMINPLAN

Die Festsetzung im kantonalen Richtplan durch den Bund erfolgte im Januar 2024. Das technische Vorprojekt und die Voruntersuchung Umwelt sind inzwischen abgeschlossen, die entsprechende Dossiereingabe im Rahmen des kantonalen Vorverfahrens erfolgt ebenfalls im Winter 2023/24. In einem nächsten Schritt wird das Bauprojekt und die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) erstellt. Damit ist die Grundlage für das anschliessende Konzessions- und Plangenehmigungsverfahren gelegt, die entsprechende Eingabe ist für das Jahr 2025 geplant.

BAUHERRSCHAFT

Bauherr des geplanten Projektes ist die Grande Dixence AG. Das Projekt wird gemeinsam mit der Gemeinde Zermatt entwickelt und ausgeführt, die Gemeinden des Mattertals sowie alle weiteren Konzessionsgemeinden der Grande Dixence werden eng in das Projekt involviert.
Eigentümer der Grande Dixence sind Alpiq Suisse SA (60%) sowie Axpo Power AG, BKW Energie AG und IWB (je 13.3%).

ÜBERSICHTSSCHEMA

Das Gornera-Wasser wird aktuell direkt zur Pumpstation Z’Mutt geführt und hochgepumpt (Pumphöhe 470 m). Neu wird das Gornera-Wasser hinter der Staumauer Gornerli gestaut und über eine unterirdische, höher gelegene Pumpstation (Pumphöhe 232 m) in das bestehende Stollensystem geführt und über die bestehenden Anlagen der Grande Dixence verarbeitet.

FACTS & FIGURES

Stand Dezember 2023

  • Einzugsgebiet: Monte-Rosa-Gebiet mit Gorner- und Grenzgletscher
  • Gewässer: Nutzung der bereits gefassten Gornera
  • Schutzzone: BLN-Objekt 1707 Dent Blanche – Matterhorn – Monte-Rosa
  • Staumauer: Bogenstaumauer, Höhe 85 m, Länge 245 m
  • Standort Staumauer: Talenge zwischen Gornergletscher und Gletschergarten/Furi
  • Maximale Seekote: 2254 m ü. M.
  • Nutzvolumen: 150‘000‘000 m3
  • Betonvolumen: 180‘000 m3
  • Unterirdische Pumpstation: 2 Pumpen, Pumphöhe 200 bis 265 m
  • Kraftwerk: Integration in das bestehende Kraftwerksystem Grande Dixence
  • Zusätzliche Winterenergie: 650 Mio. kWh pro Jahr
  • Zusätzliche Netto-Stromproduktion: 200 Mio. kWh pro Jahr
  • Investitionskosten: 300 Mio. CHF
  • Inbetriebnahme: Frühestens 2030, abhängig vom Bewilligungsverfahren


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