LEBEN AUF DEN BAUSTELLEN

Die Organisation für den Bau der Grande Dixence beruht auf einer klaren Aufgabenteilung zwischen den beteiligten Unternehmen und einer guten internen Kommunikation.
Obwohl die Arbeitstage streng sind, erleichtern verschiedene Leistungen den Alltag. Freizeitaktivitäten dienen der Entspannung und Erholung.

Die Unternehmenskultur

MOTIVATION FÜR UNTERNEHMEN

Die Grande Dixence SA wählt für die Realisierung ihrer Anlagen den Weg einer Co-Regie der Beteiligten. Dieses System hat einen Vorteil: die beteiligten Unternehmen sind an Gewinn und Verlust beteiligt. Das motiviert sie dazu, die Fristen für die vergebenen Arbeiten einzuhalten oder gar abzukürzen. Zudem werden Sparmassnahmen getroffen, wenn es die Umstände erlauben.

Das wichtigste Konsortium der Grande Dixence ist jenes, das mit dem Bau der Staumauer im Val des Dix beauftragt ist.

« Bei der Staumauer der Grande Dixence – da waren Zschokke und Losinger die grossen Patrons, die das Sagen hatten (…) »

Quelle: VOUILLOZ BURNIER M.-F., Générations barrages : la place des hommes dans les sociétés alpines au XXe siècle, 2019, p. 312.

Dieses Konsortium wird von den Unternehmen Losinger (Sitten), Zschokke (Genf), Imboden (St. Niklaus) und Vadi&Besson (Sitten) sowie der Grande Dixence SA gebildet. Dank den beteiligten Walliser Unternehmen verfügt man über qualifizierte einheimische Arbeitskräfte.

Entwicklung der Anzahl Beschäftigten von 1952 bis 1964: die Arbeiter wurden vom Konsortium für den Bau der Staumauer der Grande Dixence angestellt und nicht von der Gesellschaft selber. Die in dieser Grafik festgehaltenen Belegschaften umfassen das Personal des Konsortiums und das der Grande Dixence SA.
© Plates-Bandes communication Sàrl

LE CHOUCAS

Das Personal der Grande Dixence SA und der beteiligten Unternehmen hat eine eigene Hauszeitung – Le Choucas. Die “Bergdohle„ erscheint zwischen die zwischen 1953 und 1963.

Sie stellt während der Bauzeit und auch heute noch eine wertvolle Informationsquelle dar; sie erfüllt verschiedene Zwecke. Einmal stellt sie die am Projekt beteiligten Unternehmen vor. Sie erläutert den Arbeitern die Dienstleistungen, die sie in Anspruch nehmen können. Gleichzeitig erfüllen die Redaktoren einen Erziehungsauftrag zum Beispiel bei der Lawinenprävention. Oder sie geben Tipps für das Sparen. Gleichzeitig informiert die Publikation die Arbeiter über die Techniken, die beim Bau zur Anwendung kommen, über den Arbeitsfortschritt und über künftige Aufgaben.

Das Leben auf den Baustellen

EIN SOZIALDIENST

Neben Aufgaben bei der Realisierung der Anlagen unterhält das Konsortium für den Bau der Grande Dixence einen Personaldienst. Er ist im “Ritz„-Gebäude beim Chargeur untergebracht.

Diese Einrichtung befasst sich mit der Verwaltung der Unterkünfte und der Kantinen, mit den Arbeitsplänen, mit den Löhnen und den Familienzulagen. Sie berät die Beschäftigten auch in Versicherungs- und Steuerfragen. Der Sozialarbeiter ist gleichzeitig auch Chefredaktor des Choucas.

Diese Organisation besteht bis 1961. In dem Jahr enden die Bauarbeiten für die Grande Dixence.

DIE FREIZEIT SINNVOLL NUTZEN

Die Arbeiter sind täglich zwischen zehn und elf Stunden auf den Baustellen im Einsatz. Einzig der Sonntag ist Ruhetag. Es bleibt nur wenig freie Zeit. Trotz den geographisch abgelegenen Baustellen der Staumauer – sie liegen auf über 2000 m ü. M. – wird eine breite Palette an Freizeitaktivitäten angeboten.

« Es gab einen Turnverein, Kegeln, Billard, den von der Grande Dixence organisierten Fussballclub (…), dazu ein Kino, in dem zwei Mal in der Woche Filme gezeigt wurden… »

Quelle: VOUILLOZ BURNIER M.-F., Générations barrages : la place des hommes dans les sociétés alpines au XXe siècle, 2019, p. 311.

Im Fussball-Tenue der FC Grande Dixence, zwischen 1951 und 1965
© Raphaël Fiorina, Grande Dixence SA

Dazu gesellen sich das Lesen von Büchern und Zeitschriften, die in der Bibliothek aufliegen oder dann Skikurse. Sogar eine Blasmusik sowie Theater und weitere Aktivitäten bieten Abwechslung.

Von den Arbeitern im Arolla aufgezogene Gämse, 1955
© PraderLosinger, Médiathèque Valais – Martigny
Ein Murmeltier in den Armen eines Arbeiters, gegen 1950
© PraderLosinger, Médiathèque Valais – Martigny

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